Mit Mut und Maske

Atemschutzmasken beim Einkaufen, „Social Distancing“ und aufkommende Freude, wenn die Regierung mal wieder eine Pressekonferenz anberaumt: Die Welt hat sich 2020 durch Corona ganz schön verändert. Eins bleibt aber scheinbar immer gleich: Die Gesichter, die über die heimischen Fernsehbildschirme flimmern, gehören hauptsächlich alten weißen Männern. Dabei finden sich vor und hinter den Kulissen der Corona-Krise viele starke Frauen*. Zwei davon möchte ich Euch heute als unsere Vulven des Monats vorstellen.



frauschwester_

Mit Phrasen wie „Heldinnen des Alltags“ wird das Leben der vielen Frauen, die während der Corona-Krise den Großteil der Arbeit in sogenannten systemrelevanten Berufen stemmen, zum selbstlosen Corona-Kampf an vorderster Front verklärt. Der Beitrag der österreichischen Pflegerinnen* rückt hierbei ganz besonders in den Fokus der Öffentlichkeit:



Wo vorher allgemeine Gleichgültigkeit zu finden war, häufen sich jetzt Anerkennung und Lob – mehr aber auch nicht.



Auf dem Instagram-Account frauschwester_ teilt die Krankenpflegerin Frau S. ihren beruflichen Alltag und ihre Erfahrungen im Angesicht einer globalen Pandemie.



2019 beginnt frauschwester_ auf Instagram über die gegenwärtige prekäre Situation in Österreichs Krankenhäusern zu schreiben. Mit ihren Beiträgen über die schönen und schlimmen Momente im Leben einer Pflegerin und den Beschreibungen des harten Berufsalltags will frauschwester_ Pfleger*innen in sozialen Medien sichtbar machen. Im Licht der Corona-Krise spitzt sich die Situation in den Krankenhäusern weiter zu – das spiegelt sich auch in frauschwesters_ Beiträgen wieder.

Schilderungen über gestohlene Schutzausrüstung des Pflegepersonals, chronische Unterbesetzung und laxe Vorsichtsmaßnahmen dominieren den Feed. Frau S. ist zwar dankbar für die neu gewonnene Anerkennung für ihren Beruf – und warnt gleichzeitig vor leeren Worten.



Die breite öffentliche Unterstützung, die das Pflegepersonal in den letzten Wochen erfahren hat, darf nicht bei der Corona-Krise enden. Im Kampf um kürzere Arbeitszeiten, Erhöhung der verfügbaren Pflegekräfte und bessere Bezahlung im sozialen Sektor braucht das Pflegepersonal weiterhin Rückhalt aus der Bevölkerung.



Die Botschaft ist klar: Wir dürfen das Pflegepersonal nicht zu Held*innen verklären, sondern müssen ihnen die Chance geben, jetzt und nach Corona, sicher, menschenwürdig und fair bezahlt zu pflegen.

Folgt dem Account von frauschwester_ auf Instagram.



Virologin Marylyn Addo

Expertise und kompetente Aufklärung rund ums Thema COVID-19 ist im Dickicht der widersprüchlichen wissenschaftlichen Ansätze schwer zu finden. In Deutschland informiert die prominente Virologin Marylyn Addo zur aktuellen Lage und trägt als Teil eines Expertinnen-Teams zur Forschung im Wettlauf gegen das Coronavirus bei. Mit nur 49 Jahren hat die deutsche Medizinerin und Infektiologin bereits eine beeindruckende Karriere hinter sich:

Schon früh interessiert sich die deutsche Medizinerin mit ghanaischen Wurzeln für Naturwissenschaften, sie studiert schließlich Medizin in Bonn. Später zieht es sie nach Großbritannien, wo sie an der London School of Hygiene and Tropical Medicine diplomiert. Es folgen 15 Jahre Forschungstätigkeit an der Harvard Medical School über Auswirkungen von Aids-Viren auf das Immunsystem. In den USA absolviert sie auch ihre Ausbildung zur Infektiologin.



Quelle


Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland führt sie ihr Weg an die Hamburger Uniklinik Eppendorf wo sie als erste Professorin im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung auf sich aufmerksam macht. In den öffentlichen Fokus rückt sie beim Ausbruch der Ebola-Epidemie, als sie an einem Impfstoff gegen das Virus forscht und die Ergebnisse ihrer Forschung in Rekordzeit auswertet. Auch ihre Arbeit bei der Entwicklung eines MERS-Impfstoffes hat dazu beigetragen, dass Marylyn Addo zu den gefragtesten Expertinnen im Bereich der Virologie gehört.



Im Kampf gegen Corona steht sie wieder an vorderster Front: als Teil des DZIF ist sie Leiterin einer klinischen Studie, die auf der Suche nach einem wirksamen Impfstoff gegen das Coronavirus durchgeführt wird. Als angesehene Expertin in Sachen Virologie ist sie zudem weltweit in den Medien heiß begehrt und informiert verschiedenen Talkshows über die aktuelle Coronasituation.



Quellen:
https://www.tageblatt.lu/headlines/marylyn-addo-die-suche-nach-dem-impfstoff/
https://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/eine-impfung-gegen-ebola-dzif-professorin-marylyn-addo-im-interview-3277.php
https://www.graphic.com.gh/news/general-news/dr-marylyn-addo-the-german-born-ghanaian-developing-a-coronavirus-vaccine-2.html
@frauschwester_

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