Vulva des Monats – Alexandria Ocasio-Cortez (AOC)

Vergangene Woche wurden die heimischen Schlagzeilen wieder von einer prominenten Figur der amerikanischen Politszene dominiert: Es ist ausnahmsweise nicht Donald Trump, sondern unsere Vulva des Monats, die politische Newcomerin und demokratischer Shooting Star Alexandria Ocasio-Cortez.



Vor dem Kongress, im roten Power-Suit, stellt sie sich der frauen*verachtenden, gewalttätigen Sprache, die nicht nur in den dunkelsten Ecken ihres Landes, sondern auch im Senat grassiert, entgegen. Die Worte der 30-jährigen Ocasio-Cortez an Senator Ted Yoho, der sie im nationalen Fernsehen eine „disgusting fucking btch“ geschimpft hat, sind eine Abrechnung mit dem Sexismus, der sie und alle anderen Frauen* ihr Leben lang begleitet.



Als Tochter einer puerto-ricanischen Einwanderin und eines puerto-ricanisch-stämmigen Architekten aus der Bronx wächst sie unter großen finanziellen Opfern ihrer Eltern in einem New Yorker Vorort auf. Geld ist Mangelware – trotzdem schafft es Alexandria Ocasio-Cortez mit einem Stipendium auf die Boston University und studiert dort Wirtschaftswissenschaften und internationale Entwicklung.



Eine erste Schnupperstunde in Sachen Politik erhält sie, als sie 2016 für den demokratischen Senator Ted Kennedy in der Abteilung für Außenpolitik und Einwanderung als Praktikantin arbeitet. Die Erfahrung dort zementiert in ihr den Glauben: Ohne einflussreiche Sponsoren und Verbindungen in die amerikanische Politik, das geht nicht.



Ihre Wurzeln und ihr Engagement für die hispanische Community führen sie als Lehrkraft an das National Hispanic Institute. Als das Geld nach dem Tod ihres Vaters knapp wird, arbeitet Alexandria nebenbei als Kellnerin. Beschimpfungen, Herabwürdigungen und Aggression gehören auch hier zu ihrem Alltag.
Pünktlich zu den Kongress-Wahlen 2018 rekrutiert das Programm „Brand New Congress“ Frauen* aus benachteiligten Communities, Schwarze und People of Color, um den ungleichen Verhältnissen im US-Senat (damaliger Stand: 81 % männliche Senatoren, die meisten davon weiß und im fortgeschrittenen Alter) den Kampf anzusagen. Alexandria Ocasio-Cortez wird Teil der „grassroot campaign“ und erringt einen wahren parteiinternen Überraschungssieg gegen den angestaubten, alteingesessenen Demokraten Joe Crowley.



Gegen alle Erwartungen zieht Alexandria Ocasio-Cortez (nach überlegenem Sieg gegen den republikanischen Gegenkandidaten) als jüngste weibliche Kongressabgeordnete aller Zeiten in den US-Senat ein.



Seitdem wirbelt sie im Kongress ordentlich Staub auf: „The Squad“, die vierköpfige Gruppe, moderner, progressiver Frauen, die sich um Alexandria Ocasio-Cortez gebildet hat, ist zum amerikanischen Medienliebling und zeitgleich zur bevorzugten Zielscheibe konservativer Republikaner und Demokraten gleichermaßen avanciert. Auf selbstgerechte Männer reagiert sie seit jeher allergisch. Bestes Beispiel dafür ist der konservative Rhetoriker Ben Shapiro, der AOC, gegen ein Honorar von 10 000 USD, zu einer Debatte herausgefordert hatte. Ocasio-Cortez, die ihren Wahlkampf durch kleine Spenden von Wähler*innen finanziert hat, ging auf dieses Angebot nicht ein und hielt fest: “Just like catcalling, I don’t owe a response to unsolicited requests from men with bad intentions. And also like catcalling, for some reason they feel entitled to one.” 





Ted Yoho fällt für AOC wohl ebenfalls in diese Kategorie. Auf die halb gare Entschuldigung, er habe ebenfalls Frau und Töchter und könne daher keinesfalls Sexist sein, spricht Alexandria Ocasio-Cortez das aus, was wohl alle denken:



Frauen* dürfen nicht als Schutzschilder für schlecht verhüllten Sexismus dienen. Eine Frau* in der näheren Verwandtschaft zu haben, bedeutet nicht, dass man einen Freifahrtschein in Sachen Sexismus hat.



Mit der Geburt einer Tochter wird nicht automatisch jedes sexistische Gedankengut in den inneren Papierkorb verfrachtet. Häusliche Gewalt gegen Frauen* durch die eigenen Partner, sowohl physisch als auch verbal, ist für viele eine traurige, omnipräsente Realität. Time’s up. 2020 ist kein Platz mehr für frauen*verachtende Sprache, die Normalisierung von Gewalt und schon gar kein Platz mehr für Sexisten. All das hält Alexandria Ocasio-Cortez in ihrer Rede auf beeindruckende und eindringliche Weise fest.





Quellen:
https://www.derstandard.de/story/2000118970999/kopf-des-tagesalexandria-ocasio-cortez-taffe-tochter-aus-der-bronx
https://de.wikipedia.org/wiki/Alexandria_Ocasio-Cortez#:~:text=Alexandria%20Ocasio%2DCortez%20(*%2013,Januar%202019%20f%C3%BCr%20den%2014.&text=Ocasio%2DCortez%20bezeichnet%20sich%20als%20demokratische%20Sozialistin.
https://ocasio-cortez.house.gov/about/biography
https://belatina.com/8-facts-about-alexandria-ocasio-cortez/
https://wearemitu.com/things-that-matter/facts-alexandria-ocasio-cortez-politician/

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